Piercing-Pflege: Das musst du nach dem Stechen beachten
Eine besondere Art von Wunde
Dein neues Piercing ist für deinen Körper keine Kleinigkeit – es ist eine besondere Form von Verletzung. Anders als bei einer klassischen Schnittwunde bildet sich hier keine schützende Kruste, die das Eindringen von Schmutz oder Bakterien verhindert. Deshalb ist es in den nächsten Tagen und Wochen besonders wichtig, dass du dein Piercing sauber hältst.
Dein Körper kann viel und kommt grundsätzlich gut mit so einer „kleinen“ Verletzung zurecht. Trotzdem gibt es Dinge, die die Heilung stören können – und andere, mit denen du sie aktiv unterstützt.
Am Tag des Piercings gilt: Lass dein Piercing einfach in Ruhe.
Was du beachten solltest
- Sorge für ausreichend Schlaf, wenig Stress und eine gesunde Ernährung. Vermeide starke körperliche Belastung.
- Berühre dein Piercing niemals mit ungewaschenen Händen – am besten vorher desinfizieren.
- Meide in den ersten 8 Wochen Schwimmbäder, Saunen, Solarien und Vollbäder. Duschen ist kein Problem.
- Vermeide Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten (z. B. Speichel, Schweiß, Sperma).
- Nimm in den ersten 2 Tagen keine blutverdünnenden Medikamente (z. B. Aspirin).
- Halte Make-up, Cremes, Gele und Haarspray vom Piercing fern.
- Vermeide Druck und Reibung, z. B. durch Mützen oder Stirnbänder. Auf der Schlafseite heilt es normalerweise etwas langsamer – ein Donut- oder Nackenkissen hilft.
- Entferne keine Krusten gewaltsam – weiche sie stattdessen auf.
- Nimm den Schmuck während der Heilung auf keinen Fall heraus.
- Weniger ist mehr – übermäßige Pflege kann die Heilung eher stören als fördern.
So pflegst du dein Piercing richtig
Zweimal täglich, idealerweise morgens und abends, für die ersten 6–8 Wochen:
- Hände waschen – bevor du dein Piercing berührst.
- Krusten lösen – falls sich welche gebildet haben, mit lauwarmem Wasser aufweichen und vorsichtig mit einem sauberen, fusselfreien Tuch entfernen. Immer von innen nach außen reinigen.
- Pflege auftragen – großzügig auftragen und kurz einwirken lassen.
Wichtig: Das Piercing nicht drehen oder bewegen – jede unnötige Bewegung reizt den Wundkanal.
Was normal ist
In den ersten Tagen sind folgende Reaktionen normal, solange sie nach spätestens drei Tagen abklingen:
- Leichte Schwellung (Kühlung hilft)
- Brennen oder ein ziehender Schmerz
- Leichte Blutungen oder Blutergüsse
- Durchsichtige oder leicht gelbliche Wundflüssigkeit (kein Eiter)
- Schwankendes Heilgefühl
Wann du zu uns kommen solltest
- Wenn du das Pflegemittel nicht verträgst (Jucken, Brennen, Ausschlag)
- Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion
- Wenn sich das Piercing entzündet
- Wenn der Schmuck herausgefallen ist – entferne ihn niemals selbst, der Stichkanal kann sich verschließen
Wie lange dauert die Heilung?
Die Heilungsdauer ist individuell und hängt von der Piercing-Art ab:
- Ohrloch: ca. 8 Wochen
- Nase, Septum, Lippe: ca. 2–4 Monate
- Knorpel-Piercings (z.B. Helix, Tragus, Daith, Rook, Conch):
ca. 3–6 Monate - Bauchnabel: ca. 6–9 Monate, teils länger
Gib deinem Körper die Zeit, die er braucht, und komm nach etwa 2 Monaten gern einmal bei uns zum Check-up vorbei.
